Imagination – ein visionäres Gebet

Sind wir bereit, in die Tiefen unseres Unbewussten einzutauchen, um uns durch Licht und Schatten hindurch unserer wahren Seele bewusst zu werden, bewegen wir uns in eine vielfältige Welt der Bilder und Symbole hinein.

Unsere Seele spricht zu uns mittels dieser Bilder und Symbole und sagt uns so, was sie braucht. Zu Beginn unserer Wanderung wird sie uns mit Bildern konfrontieren, die uns durch unsere Eltern, unser Familiensystem, unsere Ahnen, übernommene Glaubenssätze, aber auch durch eigene, möglicherweise traumatische Erfahrungen eingeprägt wurden.

„Eine innere Situation, die man sich nicht bewusst gemacht hat, taucht außen als Schicksal auf.“

(C. G. Jung)

Auch hier gilt es „hinter diese Bilder zu sehen“, weiter zu gehen und nicht aufzugeben. Schreitet man mutig fort, werden sich diese Bilder irgendwann als Illusion, als Ein-Bildungen zu erkennen geben, sich auflösen und neuen Wahrheiten Raum geben.

Mit jedem Schritt nach vorne erfahren wir Klärung, Heilung und Bewusstseinsentwicklung. Negatives Denken lässt sich immer leichter in positives verwandeln. An die Stelle von Angst tritt mehr und mehr die eigenverantwortliche Schöpfermacht, die in uns gelegt ist. Wir werden nicht mehr von alten Bildern bedrängt, sondern beginnen eigene Visionen zu entfalten.

Wir finden zu einer ganz neuen Form des Gebets. Ein Gebet getragen von der Vision unserer wahrhaftigen Seele, innere Schöpfungsbilder, die sich wie automatische entfalten und die wir visualisieren. Wir werden gleichsam zu unserem Gebet, zu unserer Schöpfung, zum Ich-Bin.

„Für die keltische Imagination lag der Fokus mehr auf der Erfahrung, Anteil an etwas viel Höherem zu haben, als an den Bedürfnissen, den Projektionen oder dem Ego des einzelnen: Sie (die Imagination) war der heilige Raum, in dem das Individuum in Kontakt mit dem Ewigen trat. … Die Imagination bietet Offenbarung. Die Imagination enthüllt die Wahrheit auf eine Weise, dass wir sie empfangen und integrieren können. … Die Imagination bietet Ganzheitlichkeit: Herz und Kopf, Gefühl und Denken kommen in die Balance.“

(„Divine Beauty – The Invisible Embrace“, John O’Donohue)

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